Historie

Geschichte des Instituts

Steine und Erden

Zunächst wurde mit Ministerialerlaß vom 19. Oktober 1948 die selbständige Fachrichtung "Steine und Erden" eingerichtet. Zwar hatte Dr.-Ing. Hans Lehmann (1904 - 1989), Dresden, bereits am 24. März 1942 - also noch mitten im Krieg - zum ersten Mal einen Lehrauftrag für Steine und Erden an der damaligen Bergakademie Clausthal erhalten, dieser war jedoch noch in das Institut für Bergbau und Aufbereitung eingebunden. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1951 wurde Dr. Lehmann dann zum o. Professor und Institutsdirektor ernannt. Das Institut war jedoch weiterhin ein "Institut ohne Raum", war es doch behelfsmäßig im Keller des genannten Bergbauinstituts untergebracht, das sich selbst im Hauptgebäude der Bergakademie befand. Symbolisch für die damalige Situation war der über der Eingangstür zu den Kellerräumen eingemauerte Schlußstein mit dem Wort "Dennoch" samt Schlägel und Eisen, die auf die Bergbautradition der Hochschule hinwiesen.

Bedingt durch die ständige Expansion der neuen Fachrichtung entstand ein immer größerer Raumbedarf, der schließlich zur Errichtung eines Institutsneubaus in der Zehntnerstraße führte. Der Umzug erfolgte in den Jahren 1958/59 in Etappen und war zu Beginn des Sommersemesters 1959 abgeschlossen. Damit war für die weitere Entwicklung zunächst genügend Raum vorhanden, und es konnte ab 1963 auch die Amtliche Materialprüfanstalt für Steine und Erden an das Institut angegliedert werden.

Gebäude des INW im Frühjahr 2009

Glas und Keramik kommen hinzu

Ein neues Kapitel des Instituts wurde 1963/64 aufgeschlagen, als Dr. rer. nat. Hans Walter Hennicke (1927 - 1993) auf den neugeschaffenen a. o. Lehrstuhl für Steine und Erden (Glas und Keramik) berufen wurde. Ab 1. März 1967 wurde die Stelle in eine o. Professur umgewandelt. Damit wurde nicht nur der stoffliche Hintergrund des Instituts verbreitert, es wurden zunehmend auch die theoretischen Grundlagen der Werkstoffwissenschaften verstärkt, ein Trend, der sich auch an anderen Instituten der Fachabteilung Hüttenwesen, später Werkstoffe und Hüttenwesen, erkennen ließ.

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der gesamten Hochschule während dieser Zeit. So wurden z. B. im Bereich der Naturwissenschaften neue Studiengänge eingeführt oder vorhandene Kapazitäten in Vollstudiengänge ausgebaut, wie z. B. im Bereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Dies führte 1966 zur Umbennenung der Bergakademie in Technische Hochschule und 1968 in Technische Universität. Als Folge der Studentenrevolten ab 1968 wurden 1976 schließlich das Hochschulrahmengesetz des Bundes und 1978 das Niedersächsische Hochschulgesetz in Kraft gesetzt. Die alte "Ordinarienuniversität" wurde durch die "Gruppenuniversität" ersetzt, was u. a. zur Bildung einer Unzahl von paritätisch genau besetzten Gremien führte.

 

Glas wird selbständig

Eine weitere fachliche Ergänzung wurde durch den Eintritt des Privatdozenten Dr. rer. nat. Günther Heinz Frischat ab 1. April 1971 in den Lehrstuhl für Glas und Keramik vollzogen, was zur Gründung und zum Aufbau der Arbeitsgruppe Glas führte. Im Jahre 1978 wurde daraus eine selbständige C3-Professur, die am 1. Oktober 1985 zu einer C4-Professur (Lehrstuhl) erweitert wurde.

Nach Emeritierung von Professor Lehmann übernahm Dr.-Ing. Ivan Odler ab 1. August 1976 den in "Bindemittel und Baustoffe" umbenannten Lehrstuhl, den er bis zum 30.9.1995 innehatte. Als Folge der genannten Hochschulgesetzgebung trat 1981 der neue Organisationsplan der Technischen Universität Clausthal in Kraft und im Institut für Steine und Erden, das ab 1983 den auch international verständlicheren Namen "Institut für Nichtmetallische Werkstoffe" erhielt, formierten sich Abteilungen, die in der ab 1984 genehmigten Institutsordnung als selbständige Professuren ausgewiesen waren:
- Bindemittel und Baustoffe (Prof. Dr.-Ing. I. Odler)
- Glas (Prof. Dr. G. H. Frischat)
- Keramik und Email (Prof. Dr. H. W. Hennicke, Prof. Dr.-Ing. K.-J. Leers)
- Rohstoffe (Prof. Dr. H. Urban)

Oberingenieur war Dr.-Ing. Peter Thormann, der auch einen umfangreichen Vorlesungsauftrag wahrnahm und die Studenten besonders im Bereich der Anlagenprojektierung betreute.

Gemäß Gesetzeslage wird jeweils für zwei Jahre ein Institutsvorstand, bestehend aus Vertretern der Gruppe der Professoren, der wissenschaftlichen Mitarbeiter und der Mitarbeiter im technischen und Verwaltungsdienst gewählt. Von den Professoren wird einer der Professoren für jeweils zwei Jahre zum geschäftsführenden Institutsdirektor gewählt.

Bedingt sowohl durch die fachliche als auch personelle Ausweitung wurde der Raum im Institut in der Zehntnerstraße bald wieder knapp. Erleichterung brachte 1964/65 die Übernahme des ehemaligen Zehnthauses in der Osteröder Straße und - nach einem etwa ein Dutzend Jahre dauernden Zwischenspiel im Keller der Nachkriegsmensa in der Sägemüllerstraße - der 1987 erfolgte Einzug in einige freigewordene Räume im Hauptgebäude der TU Clausthal.

Das Zehnthaus des INW im Frühjahr 2009

Dreigestirn Glas - Keramik - Bindemittel

Am 31. März 1992 und am 30. September 1995 wurden Prof. Dr. rer. nat. H. W. Hennicke bzw. Prof. Dr.-Ing. I. Odler emeritiert und am 30. September 1993 wurde Prof. Dr. rer. nat. H. Urban pensioniert. Dessen Stelle wurde nicht wiederbesetzt. Bis die anderen Stellen durch Neuberufung wiederbesetzt werden konnten, dauerte es ziemlich lange und brachte für das Restinstitut größere Schwierigkeiten, besonders in Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Lehre. Nur mit Hilfe Auswärtiger und Mehrarbeit einzelner Institutsmitarbeiter konnte dies geleistet werden. Es dauerte bis zum 1. Oktober 1995, bis Prof. Dr.-Ing. Jürgen Heinrich die C4-Stelle Ingenieurkeramik (so die Neubezeichnung der Stelle Keramik und Email) übernehmen konnte. Noch schwieriger wurde es mit der C4-Stelle Bindemittel und Baustoffe. Sie konnte nur mit Hilfe der Verbände der Bindemittelindustrie als Teilstiftungsprofessur gerettet werden, so daß Prof. Dr. rer. nat. Albrecht Wolter die Arbeit am 1. Juni 1997 aufnehmen konnte.

Nunmehr steht das Institut für Nichtmetallische Werkstoffe wieder stabil auf den drei Beinen

Glas - Keramik - Bindemittel

und Forschung, Lehre und Drittmittelaufkommen sind auch für die Zukunft gewährleistet. Die Industrieverbände stehen hinter dem Institut und die Zusammenarbeit mit diversen Firmen ist als sehr gut zu bezeichnen. Auch ist die Nachfrage nach Absolventen aus dem Institut größer als das Angebot. Weiteres erfolgreiches Arbeiten ist gewährleistet, falls die vorhandene Grundausstattung in personeller, sächlicher und räumlicher Hinsicht mindestens erhalten bleibt und keine unzulässigen Eingriffe von außen erfolgen.

Clausthal-Zellerfeld im Juni 1999

© G. H. Frischat

 

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